Kindergrößen richtig messen für guten Sitz

Kindergrößen richtig messen für guten Sitz

Ein Shirt in Größe 116 kann perfekt sitzen - und ein anderes derselben Größe spannt an den Schultern oder ist viel zu lang. Das liegt nicht daran, dass Sie falsch eingekauft haben: Kindergrößen richtig messen heißt vor allem, die Angaben am Kind mit dem Schnitt des einzelnen Kleidungsstücks abzugleichen. Gerade bei Second Hand lohnt sich das. Ein Teil ist einzigartig, und mit wenigen verlässlichen Maßen wird aus einem schönen Fund auch ein tragbarer Lieblingsartikel.

Warum Kindergrößen nicht immer gleich ausfallen

Deutsche Kindergrößen orientieren sich grundsätzlich an der Körpergröße in Zentimetern. Größe 104 passt also oft bei etwa 99 bis 104 cm Körpergröße, Größe 116 ungefähr bei 111 bis 116 cm. Das ist eine gute Orientierung, aber keine Passgarantie. Marken schneiden unterschiedlich: Manche Oberteile sind schmal, andere bewusst weit. Hosen können eine hohe oder niedrige Leibhöhe haben, und ein Sweatshirt darf bei einem Kind locker wirken, während es beim nächsten zu groß erscheint.

Bei US-Größen kommt noch eine weitere Stolperfalle dazu. Angaben wie 4T, 5T oder 6X folgen nicht immer exakt der Körpergröße. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf das Etikett und auch nicht nur auf das Alter. Zwei sechsjährige Kinder können bei Größe, Statur und Proportionen weit auseinanderliegen.

Für den Alltag ist Körpergröße der beste Ausgangspunkt. Für eine wirklich passende Jeans, ein enges Kleid, eine Jacke oder Sportkleidung brauchen Sie zusätzlich Brust, Taille, Hüfte und je nach Kleidungsart die Innenbeinlänge. Das dauert beim ersten Mal nur wenige Minuten und spart später Fehlkäufe, Rücksendungen und ungetragene Kleidung im Schrank.

Kindergrößen richtig messen: Das brauchen Sie

Ein weiches Maßband ist ideal. Falls keines zur Hand ist, nehmen Sie eine Kordel oder ein Band, markieren die Länge und messen sie anschließend mit einem Zollstock. Bitte nicht mit einem starren Maßband direkt um den Körper messen - das verrutscht leicht und kann unangenehm sein.

Messen Sie am besten über dünner Unterwäsche oder einem leichten Shirt. Das Kind sollte entspannt stehen, normal atmen und nicht den Bauch einziehen. Bei kleinen Kindern hilft es, daraus kein großes Projekt zu machen: kurz erklären, einmal messen, fertig. Ein Maßband, das locker anliegt, liefert bessere Werte als eines, das einschnürt.

Notieren Sie die Werte mit Datum im Handy. Gerade bei Kindern verändern sich Maße schnell. Für einen Kauf zur nächsten Saison kann eine frische Messung sinnvoller sein als die Zahlen vom vergangenen Herbst.

Die vier Maße, die beim Onlinekauf zählen

Körpergröße: Das Kind ohne Schuhe gerade an eine Wand stellen. Ein flaches Buch liegt waagerecht auf dem Kopf, dann markieren Sie die Stelle und messen vom Boden bis zur Markierung. Diese Zahl ist die Basis für die deutsche Konfektionsgröße.

Brustumfang: Das Maßband unter den Armen um die stärkste Stelle der Brust führen. Es soll waagerecht liegen und genug Luft lassen, damit normal geatmet werden kann. Dieses Maß ist besonders nützlich für Shirts, Hemden, Kleider, Westen und Jacken.

Taillenumfang: Messen Sie die schmalste Stelle des Rumpfs, meist knapp oberhalb des Bauchnabels. Bei Hosen mit elastischem Bund ist ein kleiner Spielraum kein Problem. Bei einer festen Bundweite entscheidet der Taillenumfang dagegen oft darüber, ob die Hose bequem sitzt.

Hüftumfang und Innenbeinlänge: Den Hüftumfang an der stärksten Stelle von Po und Hüfte messen. Für die Innenbeinlänge messen Sie vom Schritt bis zum Knöchel oder bis zu der Länge, die die Hose haben soll. Beide Werte helfen bei Jeans, Leggings, Stoffhosen und Overalls deutlich mehr als das Alter auf dem Größenschild.

Bei langärmligen Oberteilen kann außerdem die Armlänge nützlich sein: von der Schulterkante über den leicht angewinkelten Ellenbogen bis zum Handgelenk. Das lohnt sich vor allem, wenn Ihr Kind lange Arme hat oder eine Jacke mehrere Monate tragen soll.

Körpermaß und Kleidungsmaß sind nicht dasselbe

Das ist der Punkt, der beim Onlinekauf am häufigsten verwechselt wird. Ein Brustumfang von 60 cm beim Kind bedeutet nicht, dass ein Shirt ebenfalls 60 cm Umfang haben sollte. Kleidung braucht Bewegungsfreiheit. Wie viel, hängt vom Teil ab: Ein T-Shirt darf einige Zentimeter weiter sein, ein Wintermantel braucht Platz für Pullover darunter. Bei einer Leggings oder einem Badeanzug ist weniger Zugabe üblich, weil das Material dehnbar ist.

Produktmaße werden häufig flach liegend gemessen. Dann ist zum Beispiel die einfache Brustweite angegeben - also von Achsel zu Achsel, nicht einmal rundherum. Verdoppeln Sie diese Zahl, bevor Sie sie mit dem Brustumfang vergleichen. Eine flach gemessene Brustweite von 32 cm entspricht ungefähr 64 cm Umfang. Für ein normales Shirt kann das bei 60 cm Körpermaß passen, je nachdem, ob ein schmaler oder lockerer Sitz gewünscht ist.

Am sichersten vergleichen Sie ein gut passendes Kleidungsstück aus dem Schrank. Legen Sie es glatt hin und messen Sie Brustweite, Bundweite, Gesamtlänge und bei Hosen die Innenbeinlänge. Diese Werte sind beim Kauf oft aussagekräftiger als eine allgemeine Größentabelle. Achten Sie aber darauf, ob Ihr Vergleichsteil aus Jersey, Fleece oder festem Webstoff besteht - Stretch verändert den Vergleich.

So entscheiden Sie zwischen zwei Größen

Wenn die Maße genau zwischen zwei Größen liegen, gibt es keine Antwort, die immer stimmt. Entscheidend sind Schnitt, Material und Einsatz. Bei Schlafanzügen, Shirts oder weiten Sweatshirts ist die größere Größe meist praktisch, solange Ärmel und Halsausschnitt nicht stören. Bei einer Regenhose, einer schmalen Jeans oder Sportschuhen kann zu groß dagegen unbequem sein und die Bewegung einschränken.

Denken Sie auch an die Jahreszeit. Ein dünnes Sommerkleid darf jetzt passend sein. Eine Winterjacke sollte Raum für mehrere Lagen lassen. Kaufen Sie aber nicht automatisch zwei Nummern größer auf Vorrat. Ein viel zu großes Teil wird oft nie gern getragen, und bei Schuhen kann ein zu großer Spielraum sogar unsicher sein.

Bei Second-Hand-Kleidung zählt zusätzlich der tatsächliche Zustand. Baumwolle kann nach vielen Wäschen etwas kürzer ausfallen, während hochwertige, wenig getragene Teile ihre Form meist gut behalten. Ehrliche Angaben zu sichtbaren Spuren, Material und gemessenen Maßen sind deshalb wertvoller als ein Etikett allein. Bei ricordi.di.moda beschreibe ich einzelne gebrauchte Stücke genau und halte sie selbst in der Hand - bei Fragen zum Maß oder Schnitt kann ich daher konkret nachsehen.

Häufige Messfehler, die sich leicht vermeiden lassen

Messen Sie nicht über einem dicken Hoodie und ziehen Sie das Maßband nicht straff. Beides verfälscht das Ergebnis. Ebenso ungenau ist es, ein Kind in Bewegung zu messen oder die Werte eines deutlich älteren Geschwisterkinds als Vorlage zu nehmen.

Vorsicht auch bei Begriffen wie „Länge“. Bei einem Kleid kann damit die Länge ab Schulter gemeint sein, bei einem Shirt ab Kragen und bei einer Hose die Außenlänge inklusive Bund. Fragen Sie sich immer: Von welchem Punkt bis zu welchem Punkt wurde gemessen? Wenn eine Angabe fehlt, ist Nachfragen sinnvoller als Raten.

Für Schuhe gelten eigene Regeln. Messen Sie beide Füße im Stehen am Nachmittag, wenn sie etwas größer sein können, und orientieren Sie sich am längeren Fuß. Rechnen Sie bei geschlossenen Kinderschuhen meist etwa 12 bis 17 mm Wachstums- und Abrollraum hinzu. Bei Sandalen oder Hausschuhen kann weniger Spielraum passend sein - wichtig ist, dass die Ferse sicher hält und die Zehen nicht anstoßen.

Eine kleine Messroutine, die den Einkauf einfacher macht

Sie müssen nicht vor jeder Bestellung den ganzen Körper neu vermessen. Für schnell wachsende Kinder reicht es häufig, Körpergröße, Brust und Innenbein alle paar Monate zu prüfen. Vor einem gezielten Kauf - etwa Winterjacke, Festkleid oder Jeans - ergänzen Sie Taille und Hüfte.

Bewahren Sie außerdem ein aktuelles Foto der Maße oder eine kurze Notiz auf: „122 cm, Brust 62 cm, Taille 56 cm, Innenbein 52 cm“. Damit können Sie Produktangaben entspannt vergleichen, auch wenn der Einkauf zwischen Abendessen und Wäschekorb stattfindet. Und wenn ein Teil bewusst etwas größer sein darf, entscheiden Sie das aus dem Einsatz heraus - nicht aus Unsicherheit.

Gut passende Kinderkleidung muss weder teuer noch neu sein. Wer Maße kennt, kann sorgfältig auswählen, tragbare Stücke länger nutzen und Kleidern eine zweite Runde geben, in der sie genau das tun sollen: beim Rennen, Malen, Toben und Ausruhen zuverlässig mitmachen.

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